Erste Mitgliederversammlung und Strategieworkshop.

Mitte November war es soweit, allen coronabedingten Widrigkeiten zum Trotz: In Frankfurt am Main fand die erste ordentliche Mitgliederversammlung des „Verbands für Philosophie und Unternehmensberatung (VPU)“ statt.
Ergänzend kam ein Teil der Vorstandsmitglieder zu einem Strategietreffen zusammen, das zweigeteilt war: einmal in eine Diskussionsrunde mit externen Gästen sowie zum anderen in einen internen Workshop, in dem gemeinsame Ideen der künftigen Ausrichtung und zu Schwerpunkten des Verbands erarbeitet wurden.

Im Rahmen der Diskussionsrunde konnten wir zwei Gäste begrüßen: Herrn Reimund Felderhoff und Herrn Dr. Roland Dumont de Voitel. Herr Felderhoff verfügt über langjährige praktisch Erfahrung als Führungskraft und Geschäftsführer im produzierenden Gewerbe und ist aktuell u.a. im Rahmen eines Start-ups zur Auslandsfinanzierung im Mittelstand engagiert. Herr Dumont de Voitel blickt auf eine lange Zeit als Unternehmensberater zurück; so hat er u.a. die Beratung Amontis gegründet und führt diese auch aktuell als Managing Partner und CEO.
Die Diskussionsrunde verlief äußerst engagiert, anregend und intensiv im Rahmen vielfältiger Aspekte. Der Erfahrungsschatz der beiden Gesprächspartner kam der Runde sehr gewinnbringend zugute und der Austausch war hochinteressant. So wurde beispielsweise die Frage diskutiert, ob eine Unternehmensberatung mit philosophischem Ansatz auch beim genuin philosophischen Auftrag ansetzen sollte, zu Beginn mit dem Kunden die (begrifflichen) Grundlagen zu klären. Die Alternative dazu kann es sein, praktisch einzusteigen, dem Kunden die Auftragserfüllung im Rahmen des gewünschten Zielzustands aufzuzeigen und die Theorie später in den Prozess der gemeinsamen Entwicklung einzubringen. Ebenso standen systemtheoretische/systemische Ansätze und Fragen im Fokus. Der Philosophie als Wissenschaft kommen hier in vielfältiger Weise Aufgaben zu.  Dem Impuls, die Möglichkeiten dessen alleine auf den Bereich der Unternehmensethik zu beschränken, sollte nicht nachgegeben werden und das ist auch wiederkehrend zu kommunizieren. Einig war sich die Runde darin, dass abstraktes, logisches und systemisches Denken unbedingt gefragt ist und philosophische Beratung exakt diese Fähigkeiten als Stärke in die Unternehmensberatung einbringen und damit werben sollte.

Am folgenden Tag fand der zweite Teil des Strategietreffens statt. Die identifizierten Säulen des Verbands „Philosophie und Unternehmensberatung“ gründen in folgenden Aufgaben: (1) die Schaffung eines Raums für den Austausch von Philosophen, die in der Wirtschaft und der Beratung tätig sind, (2) die Stärkung des Bewusstseins der Bedeutung der Philosophie in Wirtschaft und damit in der Gesellschaft und (3) der (Weiter-)Entwicklung des Handwerkzeugs, das dafür benötigt wird. Und das auf der einen Seite für die Mitglieder des Verbands, aber ebenso für die Kunden aus der Wirtschaft – womit sich der Kreis zu den Punkten 1 sowie 2 schließt. Folgende Leitfrage, die den Tag strukturierte und im Rahmen eines sog. DCA-Workshops (der Dank dafür gebührt Nils Schäfer) erarbeitet wurde, stand im Mittelpunkt: „Wie kann die Relevanz der Philosophie für Beratung und Management praktisch erlebbar gemacht werden?“.

Die Ergebnisse wurden diskutiert, werden aber noch vertieft ausgewertet, um im Anschluss einer nächsten Runde des Arbeitskreises als Basis für die Weiterentwicklung und künftige Ausrichtung der Arbeitsschwerpunkte zu dienen.

Dazu ein andermal mehr – bleiben Sie uns gewogen!

Alexander Braml